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Literature: Goethe - Das Märchen

  Seite 20: J. W. von Goethe: Das Märchen



deutscher Text English text
 

Seine Brust war mit einem glänzenden Harnisch bedeckt, durch den alle Teile seines schönen Leibes sich durchbewegten. Um seine Schultern hing ein Purpurmantel, um sein unbedecktes Haupt wallten braune Haare in schönen Locken; sein holdes Gesicht war den Strahlen der Sonne ausgesetzt, so wie seine schön gebauten Füße. Mit nackten Sohlen ging er gelassen über den heißen Sand hin, und ein tiefer Schmerz schien alle äußeren Eindrücke abzustumpfen.
Die gesprächige Alte suchte ihn zu einer Unterredung zu bringen, allein er gab ihr mit kurzen Worten wenig Bescheid, so daß sie endlich, ungeachtet seiner schönen Augen, müde war ihn immer vergebens anzureden, von ihm Abschied nahm und sagte: Ihr geht mir zu langsam, mein Herr, ich darf den Augenblick nicht versäumen, um über die grüne Schlange den Fluß zu passieren und der schönen Lilie das vortreffliche Geschenk von meinem Manne zu überbringen. Mit diesen Worten schritt sie eilends fort und ebenso schnell ermannte sich der schöne Jüngling und eilte ihr auf dem Fuße nach. Ihr geht zur schönen Lilie! rief er aus, da gehen wir einen Weg. Was ist das für ein Geschenk, das ihr tragt?

 

His breast was covered with a shining cuirass, whose transparency permitted the motions of his graceful form to be seen. From his shoulders hung a purple mantle, and his auburn locks waved in beautiful curls round his uncovered head. His noble countenance and his well-turned feet were exposed to the burning rays of the sun. Thus did he journey patiently over the hot sand, which, "true to one sorrow, he trod without feeling."
The garrulous old woman sought to engage him in conversation; but he heeded her not, or answered briefly, until, notwithstanding his beauty, she became weary, and took leave of him, saying, "You are too slow for me, sir; and I cannot lose my time, as I am anxious to cross the river, with the assistance of the Green Dragon, and to present the beautiful Lily with my husband's handsome present." So saying, she left him speedily, upon which the youth took heart, and followed her without delay. "You are going to the beautiful Lily!" he exclaimed," if so, our way lies together. What present are you taking her?"


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