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Literature: Die Verwandlung

  Seite 51: Die Verwandlung



deutscher Text English Text
  Sobald die Uhr zehn schlug, suchte die Mutter durch leise Zusprache den Vater zu wecken und
dann zu überreden, ins Bett zu gehen, denn hier war es doch kein richtiger Schlaf und diesen hatte der Vater, der um sechs Uhr seinen Dienst antreten mußte, äußerst nötig. Aber in dem Eigensinn, der ihn, seitdem er Diener war, ergriffen hatte, bestand er immer darauf noch länger bei Tisch zu bleiben, trotzdem er regelmäßig einschlief, und war dann überdies nur mit der größten Mühe zu bewegen, den Sessel mit dem Bett zu vertauschen. Da mochten Mutter und Schwester mit kleinen Ermahnungen noch so sehr auf ihn eindringen, viertelstundenlang schüttelte er langsam den Kopf hielt, die Augen geschlossen und stand nicht auf. Die Mutter zupfte ihn am Ärmel, sagte ihm Schmeichelworte ins Ohr, die Schwester verließ ihre Aufgabe, um der Mutter zu helfen, aber beim Vater verfing das nicht. Er versank nur noch tiefer in seinen Sessel. Erst bis ihn die Frauen unter den Achseln faßten, schlug er die Augen auf, sah abwechselnd die Mutter und die Schwester an und pflegte zu sagen: »Das ist ein Leben. Das ist die Ruhe meiner alten Tage.« Und auf die beiden Frauen gestützt, erhob er sich, umständlich, als sei er für sich selbst die größte Last, ließ sich von den Frauen bis zur Türe führen, winkte ihnen dort ab und ging nun selbständig weiter, während die Mutter ihr Nähzeug, die Schwester ihre Feder eiligst hinwarfen, um hinter dem Vater zu laufen und ihm weiter behilflich zu sein.

  As soon as it struck ten, Gregor's mother would speak gently to his father to wake him and try to persuade him to go to bed, as he couldn't sleep properly where he was and he really had to get his sleep if he was to be up at six to get to work. But since he had been in work he had become more obstinate and would always insist on staying longer at the table, even though he regularly fell asleep and it was then harder than ever to persuade him to exchange the chair for his bed. Then, however much mother and sister would importune him with little reproaches and warnings he would keep slowly shaking his head for a quarter of an hour with his eyes closed and refusing to get up. Gregor's mother would tug at his sleeve, whisper endearments into his ear, Gregor's sister would leave her work to help her mother, but nothing would have any effect on him. He would just sink deeper into his chair. Only when the two women took him under the arms he would abruptly open his eyes, look at them one after the other and say: "What a life! This is what peace I get in my old age!" And supported by the two women he would lift himself up carefully as if he were carrying the greatest load himself, let the women take him to the door, send them off and carry on by himself while Gregor's mother would throw down her needle and his sister her pen so that they could run after his father and continue being of help to him.

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