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Literature: Die Verwandlung

  Seite 42: Die Verwandlung



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  Aber die Schwester war leider anderer Meinung; sie hatte sich, allerdings nicht ganz unberechtigt, angewöhnt, bei Besprechung der Angelegenheiten Gregors als besonders Sachverständige gegenüber den Eltern aufzutreten, und so war auch jetzt der Rat der Mutter für die Schwester Grund genug, auf der Entfernung nicht nur des Kastens und des Schreibtisches, an die sie zuerst allein gedacht hatte, sondern auf der Entfernung sämtlicher Möbel, mit Ausnahme des unentbehrlichen Kanapees, zu bestehen. Es war natürlich nicht nur kindlicher Trotz und das in der letzten Zeit so unerwartet und schwer erworbene Selbstvertrauen, das sie zu dieser Forderung bestimmte; sie hatte doch auch tatsächlich beobachtet, daß Gregor viel Raum zum Kriechen brauchte, dagegen die Möbel, soweit man sehen konnte, nicht im geringsten benützte.



Vielleicht aber spielte auch der schwärmerische Sinn der Mädchen ihres Alters mit, der bei jeder Gelegenheit seine Befriedigung sucht, und durch den Grete jetzt sich dazu verlocken ließ, die Lage Gregors noch schreckenerregender machen zu wollen, um dann noch mehr als bis jetzt für ihn leisten zu können. Denn in einen Raum, in dem Gregor ganz allein die leeren Wände beherrschte, würde wohl kein Mensch außer Grete jemals einzutreten sich getrauen. Und so ließ sie sich von ihrem Entschlusse durch die Mutter nicht abbringen, die auch in diesem Zimmer vor lauter Unruhe unsicher schien, bald verstummte und der Schwester nach Kräften beim Hinausschaffen des Kastens half. Nun, den Kasten konnte Gregor im Notfall noch entbehren, aber schon der Schreibtisch mußte bleiben. Und kaum hatten die Frauen mit dem Kasten, an den sie sich ächzend drückten, das Zimmer verlassen, als Gregor den Kopf unter dem Kanapee hervorstieß, um zu sehen, wie er vorsichtig und möglichst rücksichtsvoll eingreifen könnte. Aber zum Unglück war es gerade die Mutter, welche zuerst zurückkehrte, während Grete im Nebenzimmer den Kasten umfangen hielt und ihn allein hin und her schwang, ohne ihn natürlich von der Stelle zu bringen. Die Mutter aber war Gregors Anblick nicht gewöhnt, er hätte sie krank machen können, und so eilte Gregor erschrocken im Rückwärtslauf bis an das andere Ende des Kanapees, konnte es aber nicht mehr verhindern, daß das Leintuch vorne ein wenig sich bewegte. Das genügte, um die Mutter aufmerksam zu machen. Sie stockte, stand einen Augenblick still und ging dann zu Grete zurück.

  His sister, unfortunately, did not agree; she had become used to the idea, not without reason, that she was Gregor's spokesman to his parents about the things that concerned him. This meant that his mother's advice now was sufficient reason for her to insist on removing not only the chest of drawers and the desk, as she had thought at first, but all the furniture apart from the all-important couch. It was more than childish perversity, of course, or the unexpected confidence she had recently acquired, that made her insist; she had indeed noticed that Gregor needed a lot of room to crawl about in, whereas the furniture, as far as anyone could see, was of no use to him at all.

Girls of that age, though, do become enthusiastic about things and feel they must get their way whenever they can. Perhaps this was what tempted Grete to make Gregor's situation seem even more shocking than it was so that she could do even more for him. Grete would probably be the only one who would dare enter a room dominated by Gregor crawling about the bare walls by himself. So she refused to let her mother dissuade her. Gregor's mother already looked uneasy in his room, she soon stopped speaking and helped Gregor's sister to get the chest of drawers out with what strength she had. The chest of drawers was something that Gregor could do without if he had to, but the writing desk had to stay. Hardly had the two women pushed the chest of drawers, groaning, out of the room than Gregor poked his head out from under the couch to see what he could do about it. He meant to be as careful and considerate as he could, but, unfortunately, it was his mother who came back first while Grete in the next room had her arms round the chest, pushing and pulling at it from side to side by herself without, of course, moving it an inch. His mother was not used to the sight of Gregor, he might have made her ill, so Gregor hurried backwards to the far end of the couch. In his startlement, though, he was not able to prevent the sheet at its front from moving a little. It was enough to attract his mother's attention. She stood very still, remained there a moment, and then went back out to Grete.

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